Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 2

Unser Mobilheim und der Campingplatz

Camping Soulac Plage Sandaya – Mobilheim | Juni 2018

Frankreich. Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. L’Amelie bei Soulac-sur-Mer.

Am Nachmittag des 9. Junis standen wir dann also in der Rezeption des Campingplatzes Soulac Plage Sandaya und haben versucht uns verständlich zu machen. Es gibt dort eine deutschsprachige Mitarbeiterin, diese war aber an dem Nachmittag leider nicht da. Wir haben sie später noch kennengelernt.


Einigermaßen orientierungslos

Mit stark ausbaufähigem Englisch und damit, dass wir den netten Leuten einfach unsere Buchungsunterlagen in die Hand gedrückt haben, hat es aber dann doch noch geklappt und wir bekamen kurz darauf ein Heftchen, einen Wegeplan und eine Beschreibung wo wir hin müssen in die Hand gedrückt.

Einigermaßen orientierungslos sind wir dann zu erst einmal an unserem Häuschen vorbei gefahren. Alle Häuschen hatten Nummern angeschlagen, alle außer unseres – klar. Zu unserem Glück kam aber in dem Moment ein Mitarbeiter von Sandaya gerade aus einem Nachbarhaus und konnte uns zeigen welches unser Heim für die nächsten zwei Wochen ist. Als ich gerade umständlich anfangen wollte auf Englisch noch etwas zu fragen, hat er mich erlöst und auf Deutsch geantwortet. Ich war natürlich froh, aber etwas peinlich war es auch.

Er hat uns im Häuschen noch alles gezeigt und gefragt, ob alles ok ist. Da wir Handtücher und Bettwäsche gebucht haben und davon weit und breit nichts zu sehen war, teilten wir ihm dies mit und er versicherte uns, dass er sich kümmert. Wir verabschiedeten uns von ihm und zehn Minuten später brauste auch schon ein weiterer Mitarbeiter mit einem Golfcart heran und übergab uns das gebuchte Wäschepaket. Da war leider nichts mit Englisch oder Deutsch, aber ein „Merci“ haben wir hinbekommen. Ob an der Stelle Trinkgeld angebracht gewesen wäre, keine Ahnung, gut möglich – wir haben es leider in dem Moment vergessen.


Fremdsprachenexperten

Es ist übrigens nicht so, dass wir kein Englisch sprechen, aber leider ist es ein wenig eingerostet und der Mut war noch nicht so richtig da. Auf Französisch habe ich mich, mittels Hörbuch während meiner täglichen Autofahrten vor dem Urlaub, versucht vorzubereiten. Ich hatte in der Schule zwei Jahre Französisch, aber davon ist leider nichts mehr da. Der Versuch mit dem Hörbuch war leider nicht wirklich erfolgreich. Da werde ich mir wohl etwas anderes überlegen müssen.

Was das Englische angeht, sind wir allerdings in den Tagen etwas aufgetaut und wir wurden auch etwas mutiger. An dem Abend war es allerdings noch eine ziemliche Katastrophe, was später noch mal ein bisschen peinlich werden sollte.

Wir richteten uns also langsam in dem Mobilheim ein. Hingen Handtücher auf, bezogen die Matratze und wollten die Bettdecke beziehen. Dabei blieb es erst mal, da wir festgestellt haben, dass uns versehentlich statt eines Lakens und eines Bettbezuges, zwei Laken gegeben wurden. Irgendwie ungünstig und es war auch mittlerweile ca. 19 Uhr. Dennoch zogen wir mit dem Laken in der Hand los und guckten, ob doch noch jemand an der Rezeption ist. Da standen wir dann vor verschlossenen Türen und haben uns etwas ratlos angeguckt, als dann glücklicherweise jemand aus der Seitentür kam.

Ich hatte gerade mit meinem „fließenden“ Englisch los gelegt, als Bredux mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass der freundliche Mann wohl Deutsch spricht. Hatte ich nicht mit bekommen – nun ja, peinlich, das muss unbedingt besser werden.


Der Bettbezug

So habe ich dem netten deutschsprachigen Niederländer dann sehr überzeugt mitgeteilt, dass uns versehentlich zwei Laken gegeben wurden und wir einen Bezug für die Bettdecke bräuchten. Grinsend wurde uns daraufhin erklärt, dass es Bezüge, in die man die Bettdecke rein steckt, in Frankreich nicht gibt.

Also ein Laken als Bettbezug!?

Man nehme dieses Laken, breitet es auf der Matratze aus, legt darauf die Bettdecke, lässt links, rechts und oben etwas überstehen und klappt diese Überstände dann um. So ist das Laken zwischen Mensch und Decke.

Nun ja, damit sollten wir dann also zwei Wochen schlafen und uns auch noch eine Decke teilen, na das kann ja was werden.

Wir bedankten uns und der Niederländer zog, immer noch grinsend, davon. Es handelte sich übrigens um der Chef des Campingplatzes, wie wir in den nächsten Tagen festgestellt haben.


Das Mobilheim

So, nun möchte ich aber endlich zu dem Mobilheim kommen. Wir haben uns für die kleinste Kategorie entschieden, da wir ja nur zu zweit waren. Dieses Mobilheim war folgendermaßen ausgestattet:

  • Eine Terrasse mit Tisch und Sitzbank wie man sie von Rasthöfen kennt. Das Ganze überdacht.
  • Ein Wohn-/Essbereich mit Küchenzeile, Gasherd, Spüle, Kühlschrank mit Gefrierfach und diversen Schränken. Der Essbereich bestand aus einem Tisch mit Eckbank und zwei Stühlen.
  • Ein Schlafzimmer mit großem Bett und Kleiderschrank.
  • Ein weiteres Zimmer mit zwei Einzelbetten und Kleiderschrank.
  • Ein Bad mit Dusche und Waschbecken.
  • Ein WC mit naja WC halt.
  • Zur Ausstattung gehörten noch zwei Liegestühle für draußen und ein Wäscheständer.

Alle Räume hatten Fenster und es gab eine Belüftung für den Innenraum, die die Luft immer in Bewegung gehalten hat. Besonders groß darf man sich das alles nicht vorstellen, aber auf jeden Fall ausreichend und wohl auch größer als die meisten Wohnwagen. Wir haben das zweite Zimmer als Ankleidezimmer benutzt und unsere Koffer einfach auf den Betten ausgebreitet.

Die Küchenzeile war direkt neben der Tür und hatte zudem auch ein Fenster. Wir haben fast immer drinnen gekocht, was auch sehr gut funktioniert hat und über Essensgerüche konnten wir uns nicht beschweren. Man muss halt bloß Lüften. Türen und Fenster waren eigentlich eh immer auf.

Die Dusche war etwas speziell. Als wir die Tür das erste Mal aufgemacht haben, roch es unangenehm. Wie ein Kühlschrank der abgestellt ist. Das legte sich aber noch. Die Dusche war eh nur eine kleine enge Plastikkabine, weshalb wir diese kaum benutzt haben, sondern lieber zu den Waschhäuschen gegangen sind.

Die Küche mit Herd und Kühlschrank hat tadellos funktioniert und auch die fest eingebaute Toilette war natürlich praktisch. Das Bett war sogar recht bequem und an die Bettdecke mit dem Überwurf haben wir uns auch irgendwie gewöhnt und sind uns meistens einig geworden.

Geschirr, Besteck, Töpfe, Tassen, Gläser, eine Kaffeemaschine und sogar eine Microwelle waren vorhanden. Wir haben uns am ersten Einkaufstag noch ein großes Brettchen sowie scharfe Messer und einen Korkenzieher gekauft. Da sind wir im Land des Weins und es gibt keinen Korkenzieher im Mobilheim. So landete dann also der Korken am ersten Abend in der Flasche. Eierbecher gab es ebenfalls nicht, aber da haben wir uns behelfen können.

Ob man das Ganze Camping nennen kann, darüber lässt sich natürlich streiten. Aber da der Urlaub auf einem Campingplatz stattgefunden hat, machen wir das einfach.


Der Campingplatz

Nun möchte ich noch ein bisschen über den Campingplatz berichten. Auf dem Platz tummeln sich Mobilheimurlauber, Camper mit Wohnmobil oder Wohnwagen und auch Urlauber die dort Résidencen bewohnen, das sind eigene Mobilheime, eigentlich also eine Art Dauercamper. Zu unserem Leidwesen gehörten unsere direkten Nachbarn zu dieser Spezies, aber dazu später mehr.

Das Personal auf dem Campingplatz war super nett. Egal wer einem begegnet ist, ob die Mitarbeiter der Rezeption, die Poolaufsicht, die Animateure oder der Hausmeister – alle haben gelächelt, nett gegrüßt und gefragt ob alles ok ist. Ich nehme jedenfalls an, dass es etwas in der Richtung war…

Ja, richtig gelesen: Poolaufsicht und Animateure. Es gab eine kleine Poollandschaft und Animation. Da wir allerdings beides nicht in Anspruch genommen haben, sondern lieber zum Strand runter gegangen sind, können wir dazu nicht viel sagen. Uns ging niemand auf die Nerven, von daher – was soll´s. Am Wochenende hörte man lediglich mal bis spät nachts Musik. Allerdings haben wir es deutlich entspannter genommen als daheim und es hat uns eigentlich nicht gestört. Wenn zu Hause die Nachbarn bis drei Uhr nachts feiern und uns beschallen sieht das anders aus. Was mir dann manchmal durch den Kopf geht, möchte ich aber hier besser nicht schreiben.

Die Waschhäuschen haben wir immer sauber erlebt. Es lag mal ein bisschen Sand rum, aber das war schon ok. Der Platz ist sandig, der Strand ist sandig, also dürfen die Duschen auch mal sandig sein. Leider waren nur sehr wenige Duschen geöffnet und die ein oder andere hatte Macken wie, dass sie nicht mehr ausging (da wurde dann das Anziehen etwas kompliziert) oder eine Dusche die super heiß war und sich nicht regulieren ließ. Wir haben aber schnell unsere Duschen gefunden, auf die wir auch eigentlich nie warten mussten. Wir waren halt sehr früh in der Saison dort und der Platz war noch recht wenig bevölkert.


Der Laden

Einen kleinen Laden, wie er wohl auf fast jedem Campingplatz zu finden ist, gab es natürlich auch hier. Morgens gab es dort Baguette, Croissants und natürlich Chocolatine (das Schokocroissant). Ansonsten Übliches für den täglichen Bedarf, eine Auswahl an Lebensmitteln, Drogeriekram und Wein.

Der Kauf von Wein in Frankreich hat mich noch vor das ein oder andere Problem gestellt, aber auch dazu später mehr.

Der Shopbetreiber war sehr nett und echt witzig. Er hatte uns anfangs mit ein paar Brocken Deutsch geködert, dies aber im Laufe der nächsten Tage eingestellt und mit uns dann am liebsten Französisch gesprochen – was natürlich eine super gute Idee war… Naja, die Zahlen hat er uns beigebracht und regelmäßig abgefragt und uns Mut gemacht, dass wir bis zum nächsten Urlaub perfektes Französisch sprechen. Schade dass wir nicht noch mal auf den Campingplatz fahren, der Typ war echt klasse.


Das Restaurant

Ein Restaurant gibt es auf dem Campingplatz auch. Wir waren zweimal zum Essen dort und einmal um Fußball-WM zu gucken. Das Essen war ok, bis auf die Muscheln, die waren leider versalzen, unsere selber gemachten waren deutlich besser (die Ersten jedenfalls). Es gibt ein paar Tische im Innenbereich und ansonsten eine sehr schöne, große Terrasse.


Fahrradverleih und Waschmaschinen

Der Campingplatz bietet einen Fahrradverleih mit verschieden großen Fahrrädern, also auch etwas für Kinder. Zu Qualität und Preisen können wir nichts sagen, wir haben es nicht ausprobiert.  

Waschmaschinen gibt es dort auch. Den Preis weiß ich nicht mehr, aber der war echt ok. Man braucht übrigens kein Waschmittel zu kaufen, das wird automatisch zugeführt. Unsere extra gekauften Waschmitteltabs liegen auch sieben Monate später noch originalverpackt unter der Kofferraumabdeckung. Nächsten Monat gebe ich das Auto ab, da werde ich die wohl mal rausräumen.


Wie kommen wir zum Strand?

Am ersten richtigen Urlaubstag wollten wir natürlich zum Strand. Wir sind erst mal etwas verloren rumgelaufen und haben den Strandzugang gesucht. Es ging entweder eine steile abgebrochene Düne runter oder eben gar nicht, wie wir feststellen mussten. Also sind wir die Düne runter.

Wie bereits erwähnt, waren wir sehr früh in der Saison dort und in unserer zweiten Woche, wurde dann an anderer Stelle ein Abgang mit Treppe fertig gestellt, der wenigstens bei Ebbe brauchbar war.

Wir haben allerdings auch weiterhin immer den steilen Abgang und Aufgang genommen. Runter war auch kein Problem nur rauf halt etwas mühsam. Mit kleinem Kind oder viel Strandgepäck sicher kaum zu machen – für uns ok.

In unserer ersten Woche war noch ein Jugendsurfcamp dort, die den Strand auf dem ersten Teil belagert haben. Wir sind einfach immer ein paar 100 Meter weiter gegangen und hatten dann den Abschnitt oft ganz für uns alleine. Ein kleiner Spaziergang schadet ja nun auch nicht.

So war der Strand an der Stelle natürlich nicht bewacht, weshalb wir recht vorsichtig ins Wasser gegangen sind und nie weit rein – Safety first, der Atlantik ist nicht zu unterschätzen. 

Ein bewachter Strandabschnitt ist allerdings nur ca. 700 Metern entfernt in die andere Richtung und recht gut zu erreichten. Dieser gehört zu dem kleinen Ort L’Amelie und wurde bereits Mitte Juni ab der Mittagszeit bewacht. Dies haben wir auch an einem Nachmittag genutzt.


Die abgebrochene Küste

Der Strandzugang war bestimmt mal vorhanden, allerdings ist in dem Bereich des Campingplatzes leider die Düne auf einem großen Stück komplett abgebrochen. Am vorderen Teil des Campingplatzes sieht man viele dicke Kabel aus der Düne ragen, die darauf hindeuten, dass auch dort überall mal Mobilheime gestanden haben. Es wurde ein Wellenbrecher errichtet und versucht die Küste an der Stelle mit Stahlplatten zu sichern.

Soviel nun erst mal zum Mobilheim und dem Campingplatz. In Teil 3 werden wir noch etwas über den Urlaub und die Urlaubserlebnisse berichten.


Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 3

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 4

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 5



Links:

Camping Soulac Plage: https://www.sandaya.de/unsere-campingplaetze/soulac-plage

Royan: https://www.france-voyage.com/frankreich-tourismus/royan-182.htm

Fährplan 2018: https://www.medoc-residence.eu/de/faehrplan.html

Soulac-sur-Mer: https://www.france-voyage.com/frankreich-tourismus/soulac-mer-2203.htm

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