Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 3

Supermärkte und Städtetrips

Camping Soulac Plage Sandaya – Mobilheim | Juni 2018

Frankreich. Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. L’Amelie bei Soulac-sur-Mer.

In diesem Teil soll es darum gehen, wie wir den Urlaub verbracht haben und was wir, außer ausgiebig zu frühstücken, noch so unternommen haben. Da waren z. B. Ausflüge nach Bordeaux sowie Royan und Lebensmittel brauchten wir natürlich auch.

Bereits in unserer ersten Nacht hat es ordentlich gescheppert. Abends hatte es etwas geregnet und nachts ging dann das Gewitter richtig los. Wie man es an der Küste kennt, hat es aber nicht lange angehalten und wir konnten dann noch recht gut schlafen. Am nächsten Morgen war es erstmal recht grau, aber zumindest konnten wir einen schönen Regenbogen beobachten. 

Am diesem Morgen und auch an den folgenden, haben wir uns Zeit beim Frühstück gelassen. Nach dem Kauf von frischem Baguette und Croissants, haben wir uns Eier und eine große Kanne Kaffee gekocht und das Frühstück eigentlich immer erst beendet, wenn der Kaffee leer war.


Die Einkäufe

Als es Montag wurde, mussten wir natürlich mal Lebensmittel haben und so sind wir zum nächstgelegenen Supermarkt gefahren. Dieser befand sich in Soulac-sur-Mer – ein Carrefour-Market. Dort gab es insgesamt eine gute Auswahl an Lebensmitteln und Non-Food-Produkten, vor allem aber viel frischen Fisch. Obwohl uns der Supermarkt gut gefallen hat, wollten wir uns noch einen Leclerc ansehen. Der nächste war in Verdon-sur-Mer. Leider war dieser recht klein und hatte keine Frischetheken, weshalb wir auch nicht nochmal hin gefahren sind. Statt dessen haben wir uns ein paar Tage später den Leclerc in Lesparre angesehen (ca. 30 Minuten entfernt). Ein noch größerer Markt als der Carrefour, der einem kleinen Einkaufscenter angeschlossen ist. Allerdings lohnt die Strecke nicht, wenn man nur Lebensmittel einkaufen möchte. Der Carrefour in Soulac blieb deshalb auch bis zum Schluss unser Favorit. 

Da ich auch zu Hause gerne Wein trinke, habe ich mir dies im Urlaub natürlich ebenfalls nicht nehmen lassen. So habe ich also am ersten Einkaufstag die Weinregale des Supermarktes aufgesucht. Zu finden gab es dort fast ausschließlich französischen Wein, wir waren ja schließlich im Land des Weines, außerdem mitten im dem Weinanbaugebiet Médoc. Die Auswahl war enorm, brachte allerdings auch Probleme mit sich. So ist es in Frankreich offenbar nicht üblich, auf die Flaschen oder wenigstens an das Regal zu schreiben, ob es sich um trockenen oder süßen Wein handelt. Ich bevorzuge trockenen Weißwein und habe wirklich lange suchen müssen, um einen Wein zu finden, der entsprechend deklariert war. Auf dem Großteil der Flaschen stand einfach nichts dergleichen drauf. Wir haben nicht herausgefunden, warum dies so ist und ob man als Franzose vielleicht einfach weiß um was für einen Wein es sich handelt. Es gab die kurze Überlegung unsere Nachbarn danach zu fragen, diesen Gedanken haben wir allerdings schnell wieder verworfen … Auf Metalldrehverschlüsse sind die Franzosen übrigens auch noch nicht gekommen, hat aber vielleicht etwas mit Tradition zu tun.

In unserer ersten Urlaubswoche war das Wetter etwas durchwachsen. Es war nicht ganz so heiß, hat zwischendurch geregnet und war auch an sonnigen Tagen etwas windig. Dennoch konnten wir da schon zwei- bis dreimal an den Strand gehen und haben es geschafft uns einen Sonnenbrand zu holen.

Wir waren nicht so richtig gut für den Strand ausgerüstet und so wurde der Wind manchmal ungemütlich, außerdem fehlte uns ein Sonnenschutz. Bei anderen Urlaubern haben wir Strandmuscheln gesehen und so etwas wollten wir dann auch gerne haben. Also sind wir los gefahren um eine zu kaufen. Wieder gekommen sind wir dann, nach viel hin- und herfahren, mit einem knallpinken Sonnenschirm – nun ja, Vorbereitung ist wohl alles.

Auch fehlte uns noch das ein oder andere Kleidungsstück. So wurde es also Zeit für den geplanten Ausflug nach Bordeaux. Der Plan war, wir fahren in das Stadtzentrum, gehen dort shoppen und gucken uns noch ein bisschen die Stadt an. Also ab ins Auto und in Richtung Bordeaux.


Unser Ausflug nach Bordeaux

Wie man merkt, waren wir auch hier richtig gut vorbereitet… Gerade über die Stadtgrenze gefahren, fingen auch schon die Baustellen an. Die Umleitungen führten uns kreuz und quer und unser Navi war da schon lange nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe dann vom Beifahrersitz aus doch lieber mal ein Einkaufszentrum rausgesucht, welches wir zuerst ansteuern könnten. Gefunden haben wir es leider nicht, weil uns die Einbahnstraßen immer wieder woanders hingeführt haben. Irgendwann sind wir dann einem Schild gefolgt, welches augenscheinlich auf ein Einkaufszentrum hinwies.

Als wir dieses tatsächlich erreicht haben, waren wir einigermaßen genervt, hatten Durst und mussten auf die Toilette. Erstmal haben wir die Toiletten angesteuert, welche auch echt ok waren. Auf demselben Gang war auch ein Getränkeautomat. Allerdings wollten wir uns lieber irgendwo in ein Café setzen und gemütlich etwas trinken. So haben wir uns ganz nach unten auf die Etage der Cafés und Imbisse begeben. Leider war zu der Zeit Midi. Midi ist der Mittag in Frankreich. Dieser hat für Franzosen wohl eine etwas wichtigere Bedeutung, als für uns Deutsche. Das Einkaufszentrum und die Cafés haben keinen Midi gemacht, dafür aber offenbar der ganze restliche Stadtteil, so dass man absolut kein Bein mehr auf die Erde bekommen hat.

Wir sind also von unserem Plan, uns dort irgendwo rein zu setzten, abgewichen und wollten langsam einfach nur noch irgendetwas trinken. Wir haben ein Geschäft aufgesucht, in dem es auch Lebensmittel gab. Das Geschäft ging über zwei Etagen und wir haben es nicht geschafft, dort die Getränkeabteilung auszumachen. (Wer unsere Französischkenntnisse noch im Kopf hat, weiß warum wir niemanden gefragt haben.) Unsere Hoffnung war dann noch der Kassenbereich, aber auch da – Fehlanzeige. Wir sind dann oben wieder raus gegangen und standen auf der Etage der Toiletten. In dem Moment kam uns der Getränkeautomat wieder ins Gedächtnis und ein paar Minuten später hatten wir eine Cola in der Hand. Hat ja nur insgesamt fast eine Stunde gedauert…

Der restliche Einkaufstrip ist dann entspannter verlaufen und wir hatten am Ende einen Pullover, ein Strandkleid und eine Dragon Ball Z-Einkaufstasche in den Händen.

Dazu, uns noch einmal durch den Verkehr zu quälen um ins Zentrum zu gelangen, hatten wir keine Lust mehr und so haben wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz gemacht.


Schon wieder Midi

An einem anderen Tag sind wir nach Royan gefahren. Das liegt von Soulac aus gesehen auf der anderen Seite der Girondemündung und man kann die Fähre auch als Fußgänger benutzen. So sind wir also nach dem Frühstück aufgebrochen, haben unser Auto an der Fähre in Verdon-sur-Mer geparkt und sind rüber nach Royan geschippert. Das Stadtzentrum liegt dort direkt am Hafen.

Wir wollten in Royan etwas shoppen und gucken, was wir den Lieben zu Hause mitbringen können. Dort angekommen, standen wir dann allerdings vor duzenden verschlossenen Läden – es war Midi – verdammt, wir müssen da unbedingt mal dran denken. Es ist leider auch nicht so, dass man pauschal sagen kann, Midi ist immer von zwölf bis 14 Uhr oder von 13 bis 15 Uhr oder es steht verlässlich an den Geschäften angeschlagen, wann es weiter geht. Es kam uns eher so vor, als ob die Franzosen ihren Midi beenden, wenn sie Lust dazu haben und so waren dann Geschäfte auch schon mal bis 16 Uhr geschlossen. Für uns echt gewöhnungsbedürftig, aber das lernen wir schon noch. So etwas gehört auch wohl zu den Dingen, die man im Urlaub einfach entspannt nehmen muss. Im Endeffekt sind solche Gepflogenheiten auch genau das, was einen Urlaub in einem anderen Land ausmacht. Wäre alles wie in Deutschland, bräuchten wir ja nicht wo anders hin fahren. 

Um Zeit totzuschlagen sind wir in den Jachthafen gegangen, dort hatten ein paar Cafés geöffnet und wir konnten etwas trinken und Crêpes essen. Royan kam uns sehr touristisch vor. Die Speisekarten waren teilweise in drei Sprachen zu bekommen und es gab am Hafen unzählige Souvenirshops, die allerdings eher ramschig wirkten.  

Wir haben uns in dem Café recht viel Zeit gelassen und sind dann nach dem Snack langsam in Richtung der Einkaufsstraßen geschlendert. Dort haben wir einen kleinen Shop mit lokalen Produkten, wie z. B. eingemachtem Fisch in hübschen bunten Dosen, Gewürze, Wein und vielem mehr entdeckt – „la trinitaine“ hieß der Laden. Sich dort umzusehen hat wirklich Spaß gemacht und wir haben uns komplett eingedeckt und für jeden eine Kleinigkeit mitgebracht.

Es hätte bestimmt noch das Ein oder Andere gegeben, was man sich hätte angucken können, aber wir sind einfach nicht die großen Stadtbummler. Nachdem wir noch umständlich und altmodisch ein paar Postkarten in die Heimat geschickt haben (die Lady auf dem Postamt war uns nicht wirklich gerne behilflich) haben wir uns langsam wieder auf den Weg zur Fähre gemacht.


Leckeres Wasser

An einem anderen Tag haben wir noch einen Ausflug nach Soulac-sur-Mer gemacht. Der Ort liegt direkt an der Küste, hat kleine Einkaufsstraßen und einen schönen, großen und gepflegten Strand. 

Auch dort haben wir uns Crêpes bestellt und dieses Mal auch jeder einen Café au lait dazu. Unsere Bestellung kam und zusätzlich auch eine Karaffe mit stillem Wasser und zwei Gläsern. Dass man kostenloses Wasser zu seiner Bestellung erhält, ist in Frankreich wohl recht normal. Das wussten wir bis dahin nicht, hat uns aber zunächst gefallen. Ich habe mich also darüber gefreut und erstmal einen kräftigen Schluck genommen um dann festzustellen, dass das Wasser gechlort ist – na sehr lecker.

Ein paar Tage später haben wir auch im Campingplatzrestaurant kostenloses Wasser erhalten. Wir haben kurz dran gerochen um es dann stehen zu lassen, wir waren ja nun vorgewarnt.

In Soulac haben wir mal wieder gemerkt, dass wir recht früh in der Saison da waren. Viele Läden hatten noch geschlossen und es wurde erst in der folgenden Woche etwas lebhafter.

Im nächsten Beitrag berichten wir von unserem Ausflug die Küste entlang und erzählen warum wir uns andere Campingplätze angesehen haben. 


Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 1

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 2

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 4

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 5



Links:

Carrefour-Market: https://www.carrefour.fr/magasin/market-soulac-sur-mer-godineau

Royan: https://www.france-voyage.com/frankreich-tourismus/royan-182.htm

La Trinitaine (Royan): https://www.latrinitaine.com/storelocator/store/la-trinitaine-royan.html

Bordeaux: https://www.bordeaux-tourismus.de

Soulac-sur-Mer: https://www.france-voyage.com/frankreich-tourismus/soulac-mer-2203.htm

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