Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 4

Campingplätze der Küste, Abendessen und die lieben Nachbarn

Camping Soulac Plage Sandaya – Mobilheim | Juni 2018

Frankreich. Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. L’Amelie bei Soulac-sur-Mer.

Wir hatten eine Woche Urlaub bereits hinter uns und waren uns zu diesem Zeitpunkt schon sicher, dass wir künftig noch einmal an die französische Atlantikküste möchten. So sind wir dann an einem Tag aufgebrochen und haben uns andere Campingplätze an dieser Küste angesehen um zu gucken, ob davon einer für unseren nächsten Urlaub in Frage kommt.


Wohin im nächsten Urlaub?

Zuerst haben wir den Campingplatz „Le Pin Sec“ bei Naujac-sur-Mer angesteuert. Diesen kenne ich noch aus meinen Kinder- und Jugendtagen und habe nur gute Erinnerungen. Zuletzt war ich vor 18 Jahren dort, dies ist also schon eine ganze Weile her. Dennoch sah der Platz noch fast so aus wie damals. Es gibt mehr und neuere Verkaufsstände, die Waschhäuschen sind zum größten Teil erneuert worden und es gibt nun einige Stromstellplätze. Die Verkaufsstände waren noch nicht vollständig aufgebaut, weshalb ich gar nicht sagen kann, was es genau dort gibt. Ich denke Getränke und Snacks, vielleicht ein bisschen Spielzeug.

Was wirklich schade ist, dass die Bodega nicht mehr da ist. So haben wir das kleine Lokal auf den Dünen mit Blick auf den Atlantik genannt. Dort haben wir früher fast jeden Tag gesessen und Orangina oder – als wir schon nicht mehr ganz so klein waren – Pastis getrunken. An der Stelle wurde allerdings etwas Neues gebaut, sieht auch ganz nett aus … (Mit „wir“ meine ich übrigens meine ältere Schwester und natürlich meine Eltern).

Des Weiteren ist offenbar die komplette linke Hälfte des Campingplatzes nun mit Jugendcamps bevölkert. Dies hat dann eigentlich den Ausschlag gegeben, weshalb wir doch lieber weiter nach einem anderen Campingplatz gesucht haben.

Wir haben uns an einer Karte orientiert, die bewachte Strände markiert. So sind wir in Richtung Süden gefahren und nach Hourtin gekommen. Dort gibt es einen 5-Sterne-Campingplatz und wir waren uns ganz schnell sicher, dass es das nicht ist. Zwischen Campingplatz und Strand liegt noch eine kleine Einkaufsstraße und zu dem Zeitpunkt war dort schon echt viel los, sehr viele Touristen und noch mehr Surfer. Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben.

In Richtung Süden kam nicht mehr viel, weshalb wir umgedreht haben und nach Montalivet gefahren sind. Dort gibt es mehrere Campingplätze, die zum Teil aber nicht an der Küste liegen – also nichts für uns. Wir haben uns einen recht kleinen Campingplatz angesehen, der ziemlich neu aussah. Keine Pinien, kein Wald und direkt an der Stadt gelegen. Das wird auch nicht unser nächstes Ziel.

Unsere vierte Anlaufstelle sah da schon ganz anders aus. Ein 2-Sterne-Campingplatz im Pinienwald mit direktem Strandzugang. Der Campingplatz erschien uns zwar recht groß und eine Einkaufsstraße mit Lokalen gab es dort auch. Allerdings gefiel es uns dort auf Anhieb wesentlich besser, das Gefühl war einfach ein anderes. Was sollen wir auf einem 5-Sterne-Campingplatz? Wenn wir Pools und Animation haben wollten, würden wir in eine Hotelanlage gehen. Hauptsache es gibt morgens Baguette und Croissant und ansonsten Strand, Pinien und Dünen, dann sind wir schon zufrieden. Unser Entschluss, wo es im nächsten Urlaub hin geht, steht wohl fest. (Der Euronat wird es nicht, so viel kann ich verraten.)


Entspannte Tage

Wenn wir nicht irgendwo hin gefahren sind, haben wir unsere Zeit damit verbracht am Strand zu liegen und zu entspannen. Da der Strand nicht so gut zugänglich war und generell noch nicht sehr viele Touristen dort waren, hatten wir immer sehr viel Strand für uns alleine, das war ziemlich gut. Wie auf unseren diversen Fotos mit knall blauem Himmel zu erahnen ist, war es auch sehr warm bis heiß in der zweiten Woche unseres Urlaubs und der Atlantik toll zum Erfrischen. In den warmen Tagen kamen dann auch übrigens die Maikäfer, die dürfen ja einfach nicht fehlen.


Die Nachbarn

Wenn wir weder umhergefahren sind, noch am Strand lagen, haben wir oft auf unserer Terrasse gesessen und Karten gespielt oder auch mal Fußball-WM über Laptop geguckt, dabei allerdings immer recht bemüht unseren Residence bewohnenden Nachbarn keinen Grund zu geben, uns anzusprechen. Jeder kennt wohl diese Art von Menschen, die sich unbedingt mitteilen möchten und einfach kein Ende finden. Es handelte sich um ein Ehepaar im Rentenalter. Wenn die Beiden nicht gerade damit beschäftigt waren, über alles Mögliche zu motzen oder damit, sich gegenseitig anzumeckern, dann haben sie uns mit Vorliebe erzählt wie toll hier früher alles war und uns Tipps gegeben, zum Beispiel für Ausflüge. Das war wahrscheinlich nett gemeint … Ganz toll sollten beispielsweise diese französischen Märkte sein. Wir sind zu einem hingefahren und der war auch ganz ok, allerdings eigentlich auch nicht anders als unsere daheim.

Die Zwei haben sich regelmäßig ausgiebig darüber ausgelassen, was es für eine Frechheit ist, dass auf dem Campingplatz umgebaut wird, dass das Personal mit Golfcarts rumfährt, dass die Fahrwege ausgebessert werden, dass der Betreiber ein Holländer ist, dass Pflanzen geschnitten werden und ich weiß es auch alles nicht mehr. Es war auf jeden Fall alles schlecht und früher eh viel besser. Wenn wir gerade nicht greifbar für eine Berieselung waren, haben die beiden sich gegenseitig angekeift, ohne Hemmungen, dass irgendwer das mitbekommt, sogar Beleidigungen sind geflogen – echt unangenehm. Wir haben uns irgendwann unser Sonnensegel genommen und die hintere Seite der Terrasse damit zugemacht – natürlich weil es so zugig war.


Was gab es eigentlich so zu essen?

Wenn wir gekocht haben, gab es recht simple Sachen wie Nudeln mit Tomatensoße oder auch mal Kartoffelpüree aus der Packung mit Fischstäbchen.

Das Beste waren aber natürlich die Gambas. Wir haben uns frische Gambas gekauft und uns damit auf die Terrasse gesetzt. Ganz einfach Knoblauch-Kräuter-Öl in die Pfanne, ab auf den kleinen Gaskocher und los. Die Gambas kamen dann Portionsweise für ein paar Minuten in die Pfanne und dann haben wir die ganz frisch gegessen – großartig. Wer das nicht kennen sollte: Die Gambas kommen komplett mit Schale in das Öl und werden anschließend direkt gepult. Es wird zwar zwischendurch schon mal heiß an den Fingern, aber das ist es allemal wert. Das haben wir zweimal gemacht, eigentlich viel zu wenig. 

Der Einkauf dieser Gambas gestaltete sich beim zweiten Mal auch tatsächlich recht schwierig. Die Gambas liegen im Supermarkt auf einem Haufen im Eis und dann muss man den Verkäufern mitteilen wie viele man haben möchte und die packen diese dann für einen ein. Wir haben es allerdings nicht geschafft, der netten Verkäuferin verständlich zu machen, dass wir 1,5 kg frische Gambas haben möchten. Sie sprach kein Wort Englisch und wir kein Französisch. Sie war aber die ganze Zeit sehr freundlich und sehr geduldig mit uns und im Endeffekt hat sie dann irgendwann eine Tüte auf die Waage gelegt und Gambas reingeschmissen und wir haben an der richtigen Stelle Stopp gesagt.

Meine Mutter hat uns vor unserer Reise noch den wichtigen Tipp gegeben. Und zwar, dass wir uns unbedingt merken müssen, was ein Pfund in Frankreich heißt – „e livre“ übrigens. Bis zu dem Einkauf hatten wir natürlich gar nicht mehr daran gedacht und den Begriff sowieso vergessen. Ja schade, es hätte so einfach sein können … Merke also: Immer auf die Mama hören, die hat meistens Recht!

An zwei anderen Tagen haben wir uns Miesmuscheln gemacht. Die ersten waren auch echt super. Einfach in einem Sud aus Zwiebeln, Tomaten, Weißwein und ein paar Kräutern kochen und dann Baguette dazu essen. Simpel und super lecker. Ich habe übrigens in dem Fall süßen Weißwein verwendet, den ich zum Trinken ja so gar nicht mag. Wer Teil 3 gelesen hat, kann sich vielleicht denken, wieso ich süßen Wein hatte …

Der zweite Versuch ging leider daneben. Die Muscheln sind dort meistens in Plastikpaketen eingeschweißt und wir haben offenbar ein Paket erwischt, in dem ein paar Muscheln verdorben waren. Das haben wir dann beim Kochen festgestellt und die ganze Portion wegschmeißen müssen. Sehr schade.

Wir hatten einen Elektrogrill von zu Hause mitgenommen. An einem Tag haben wir uns Grillwürstchen und -fleisch gekauft und am Abend gegrillt. Auch zum Thema Grillfleisch hatten wir vor Reiseantritt einen Hinweis von meiner Mutter bekommen. Das Grillfleisch und vor allem die Würstchen in Frankreich sollen nicht so sein, wie wir die kennen und sie haben uns wohl damals schon nicht geschmeckt. Davon haben wir uns allerdings (mal wieder) nicht beeindrucken lassen, denn die Grillfleisch- und Würstchenerfahrung war ja schließlich schon viele Jahre her. Nun ja, die Würstchen waren echt furchtbar. Irgendwie handelte es sich dabei um eingefärbtes Fett in einer Hülle, das konnten wir echt nicht essen. Das Fleisch war fast ok. Die Marinade war aber leider auch hier sehr fettig und wir haben im Endeffekt etwas Fleisch mit viel Salat und viel Baguette gegessen.

Wir haben noch ein zweites Mal gegrillt, dann allerdings keine Würstchen, sondern nur unmariniertes Fleisch gekauft, welches wir dann selber gewürzt haben. Der Grillabend war besser.

Im Gegensatz zu dem Fisch, gibt es in den Supermärkten für Fleisch keine Frischetheken. Das Fleisch ist in überdimensionierten Plastikverpackungen eingeschweißt und im Kühlregal zu finden. Beim nächsten Urlaub werden wir auch wahrscheinlich einfach drauf verzichten und lieber nur Fisch und Gemüse grillen. Die Fischauswahl ist echt sehr beeindruckend.

Da wir noch nie Austern gegessen haben und man die dort an jeder Ecke bekommt, wollten wir diese Delikatesse natürlich auch mal probieren. Ein Austernmesser war in der Grundausstattung vorhanden und so haben wir im Internet mal geschaut, wie man die Schale öffnet und los ging es. Das Öffnen war auch eigentlich einfacher als ich es mir vorgestellt habe. 

So waren die Austern dann schnell geöffnet und lagen zum Verzehr bereit. Essen bzw. schlürfen soll man die zusammen mit dem Austernwasser und etwas Zitrone. Gesagt, getan – geschmeckt hat es uns allerdings nicht. Ich Banause sage jetzt, dass es nach Meerwasser mit Zitronenaroma geschmeckt hat, ein Schluck aus dem Atlantik hätte es auch getan. Eine Erfahrung war es aber wert und wir können zumindest sagen, dass wir schon mal Austern gegessen haben. Ich probiere es vielleicht auch später noch einmal. Bredux aber wohl eher nicht.


Tipp Nummer Drei

Meine Mutter hatte übrigens noch einen Tipp für uns: Dieser dritte Tipp betraf den Kaffee. „Nehmt euch genug Kaffee mit! Der französische Kaffee ist anders und hat uns nie geschmeckt.“ Naja, was soll ich sagen? Wir hatten natürlich nicht genügend Kaffee dabei und der französische Kaffee hat uns nicht geschmeckt …

Was uns übrigens sehr überrascht hat ist, dass es dort kaum frische Kräuter gibt. Das einzige frische Kraut, das wir finden konnten war Petersilie. Davon hatten wir ungekühlt und ohne Wasser ein paar Sträuße zwischen dem Gemüse entdeckt – sah recht traurig aus. Wir haben dann hauptsächlich getrocknete Kräuter verwendet. 

In dem folgenden und letzten Artikel zu unserem Urlaub werde ich ein Fazit verfassen. Ich war bisher recht bemüht, neutral über das Mobilheim und den Campingplatz zu schreiben. In dem Fazit werde ich das Ganze genauer betrachten und dann auch mitteilen, warum dieser Mobilheimurlaub nicht nochmal für uns in Frage kommt und was wir zukünftig für einen Urlaub machen möchten.


Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 1

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 2

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 3

Der erste gemeinsame Campingurlaub – Teil 5



Links:

Camping Municipal „Le Pin Sec“: https://www.medoc-atlantique.de/preparez-deutsch/unterkunft/campingplaetze/camping-municipal-le-pin-sec-1064279

Camping Cote Dargent (Hourtin): https://www.camping-cote-dargent.com/de/

Euronat FKK: https://www.euronat.fr/de/

 

 

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