Mit dem Wohnwagen auf “Le Gurp” 2019 – Teil 1

Die Urlaubsfahrt und die Ankunft auf dem Campingplatz

Camping Municipal du Gurp | Juni 2019

Frankreich. Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Grayan-et-l’Hôpital.

Nun waren wir also im Besitz eines Wohnwagens und der erste Urlaub war auch schon geplant. Wie im vergangenen Jahr sollte es an die französische Atlantikküste gehen.


Die Wahl fiel auf zwei Sterne

Schon im letzten Urlaub hatten wir die Möglichkeit genutzt und haben uns einen Campingplatz ausgesucht. Es sollte auf den Campingplatz “Municipal du Gurp” gehen. Es handelt sich um einen kommunalen Zwei-Sterne-Platz an der Küste, zugehörig zu dem kleinen Ort Grayan-et-l’Hôpital.


Wie wir während des Stöberns im Internet feststellen konnten, hat dieser Platz wohl einen gewissen Kultstatus unter vielen Campern. Es heißt, wer einmal auf “Gurp” war, kommt entweder nie wieder, oder fährt nie wieder wo anders hin. Wie das im Internet so ist, sind einige Bewertungen gut und andere wiederum schlecht. Wir hatten nicht vor uns beeinflussen zu lassen und wollten uns lieber selber ein Bild machen. Buchen kann man auf “Gurp” nicht, was für uns bedeutete, sollte es uns tatsächlich nicht gefallen, fahren wir einfach wo anders hin. Aber schon mal vorweg – das war überhaupt nicht nötig.


Urlaub zu dritt


Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich die Urlaubsregion aus meiner Kindheit gut kenne und somit natürlich viele tolle Erinnerungen damit verbunden sind. Diese Kindheitserinnerungen gehören nicht mir alleine, ich teile Sie mit meiner älteren Schwester – wir werden sie im Verlaufe der kommenden Beiträge “Lacri” nennen, denn ständig “meine Schwester” zu schreiben, klingt auf Dauer echt blöd. So hatten wir uns also überlegt, dass es doch eigentlich möglich wäre noch eine dritte Person mitzunehmen. Das Auto ist groß genug und es ist auch bestimmt möglich neben dem Wohnwagen noch ein Zelt aufzuschlagen.


So ging es also Mitte Juni zu dritt – Bredux, Lacri und ich – auf nach Frankreich.


Sämtliche Vorbereitungen waren getroffen, mehrere Checklisten geschrieben, abgearbeitet, ergänzt und wieder abgearbeitet, Dinge eingekauft, verstaut, nochmal eingekauft und wieder verstaut. Man braucht schon verdammt viel Kram, wenn man das erste Mal so einen Wohnwagen ausstattet. Wir fühlten uns recht gut vorbereitet, waren uns aber auch darüber im Klaren, dass mit Sicherheit irgendetwas fehlt. Wir haben halt nur gehofft, dass es nichts besonders Gravierendes ist – Mut zur Lücke und los.


Micro und Hippy machen Urlaub in Münster

Gestartet sind wir erst mal wieder in Richtung Münster und zwar nicht mit Wohnwagen im Schlepptau, sondern mit unseren beiden Stubentigern. Ob sie nun wollten oder nicht, sie haben in Münster Urlaub gemacht. Meine Mutter hat sich wieder bereit erklärt auf Micro und Hippy aufzupassen – wir wüssten nicht, was wir ohne sie täten.

Lacri habe ich bei unserem Vater abgeholt, sie hat dort einen sicheren Parkplatz für ihr Auto gefunden. Mein Vater hatte mir auch noch ein Holzkästchen in die Hand gedrückt. Was es damit auf sich, werde ich noch berichten – es war jedenfalls total klasse.

Mittags haben wir dann noch einen Kaffee getrunken, etwas gequatscht und nachdem wir uns ausführlich von meiner Mutter und unseren Katern verabschiedet haben, sind wir erst mal wieder nach Leverkusen zurückgefahren. Starten wollten wir am Abend, um dann über Nacht nach Frankreich zu fahren. Nachmittags haben Bredux und ich uns noch etwas hingelegt um abends fit zu sein.


Den Wohnwagen hatten wir nicht zu Hause stehen (kein Platz), sondern haben ihn am Stellplatz in Düsseldorf gelassen. Kleidung und ein paar wenige Vorräte hatte ich bereits unter der Woche eingeladen. Nun war es Freitagabend und wir sind in Richtung Düsseldorf aufgebrochen.


Es geht los

Am Wohnwagen angekommen, wurden noch die letzten Sachen verstaut, die Spiegel angebracht und schon konnte es losgehen – es war ungefähr 20 Uhr am Freitagabend.

Es ging bei Aachen über die Grenze, dann an Charleroi und Mons in Belgien vorbei, nach Frankreich rüber und dann weiter nach Paris.

Die Fahrt verlief ziemlich ruhig, es war trocken, windstill und eben schon spät. Wir haben uns zwischendurch abgewechselt und auch mal versucht auf dem Beifahrersitz etwas zu schlafen.

Ganz ursprünglich hatten wir uns mal überlegt, nicht über Paris zu fahren, sondern in Deutschland bis nach Trier, dort über die Grenze und dann südlich an Paris vorbei. In den letzten Tagen vorm Urlaub, haben wir die Idee allerdings wieder verworfen, weil es einfach deutlich länger gedauert hätte. Da wir außerdem über Nacht fahren wollten, hatten wir einkalkuliert zwischen drei und fünf Uhr in der Früh durch Paris zu fahren und so kam es auch, es war noch kurz vor drei.

Die Fahrt durch Paris verlief ziemlich unspektakulär. Da es mitten in der Nacht war, war entsprechend wenig los – für Pariser Verhältnisse jedenfalls. Unser Navi hat gut mitgemacht und ansonsten hat Bredux sich einfach immer an der Beschilderung Richtung Bordeaux orientiert, was die Sache doch einfacher gemacht hat, als wir anfangs dachten.


Eineinhalb Stunden auf die Fähre warten?

In den nächsten Stunden fingen wir dann schon bald an, nach den Fährzeiten in Royan zu schauen um festzustellen, dass wir die nächste Fähre knapp verpassen werden. Wir stellten uns also auf etwa eineinhalb Stunden Wartezeit ein. Schlimm fanden wir das nicht, denn uns allen hätte ein bisschen Beine vertreten ganz gut getan. 

Als wir allerdings am Fähranleger ankamen, stand die Fähre noch da. Wir haben schnell bezahlt, sind drauf gefahren und schon ging es los. Das ging so schnell, damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet.

Auf der anderen Seite der Gironde hat uns Le Verdon-sur-Mer erwartet und von dort aus war es nicht mehr weit bis nach Grayan-et-l’Hôpital mit seinem Campingplatz „Le Gurp“.


Ruhiger Stellplatz

So standen wir am Samstagvormittag – viel früher als erwartet – in der Rezeption und haben den Plan des Campingplatzes in Empfang genommen. Ein Plan in A3-Format mit markierten weißen und grünen Stellplätzen. Die weißen ohne Strom, die grünen mit Strom. Damit sind wir dann erstmal zu Fuß über den Platz gelaufen um uns umzusehen und den richtigen Stellplatz zu finden. Der Campingplatz hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht überall geöffnet, aber die Auswahl war dennoch sehr groß. Unsere Wahl fiel dann auf einen der hinteren Stellplätze mit Blick auf den noch nicht geöffneten Teil.

So begann also unser erster Urlaub mit dem eigenen Wohnwagen. Bis hierher einfacher als gedacht und ohne irgendwelche Zwischenfälle.

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